Am Jahresende ist es wieder soweit – die Inventur steht an. Der Lagerbestand muss genau erfasst werden und das heißt in vielen Fällen dann langwieriges und mühevolles „zählen“. Diesen Prozess kann man wesentlich abkürzen in dem man einfach „zählen lässt“. Dies gilt vor allem, wenn sie Teile von kleiner bis mittlerer Größe (Schrauben, Elektrokleinteile etc.) zählen wollen, deren Einzelgewicht sie wissen bzw. mit der Waage problemlos bestimmen können. Mit diesem Referenzwert als Basis haben sie mit Hilfe unserer Inventurwaage schnell große Stückzahlen genau erfasst.
Oder wie man Apfelsinen in den Schlaf wiegt

Der Begriff „Wägetechnik“ (Technik des Wiegens, der Herstellung von Waagen) mag sich im ersten Moment für viele Ohren falsch oder seltsam anhören. Man „wiegt“ doch Dinge und „wägt“ sie nicht, also müsste es doch „Wiegetechnik“ heißen, oder? Denkt man dann genauer nach, ist man sich vielleicht nicht mehr so ganz sicher: Dinge werden ja nicht auf eine Wiege sondern auf eine Waage gelegt um das Gewicht zu ermitteln. Wenn ich mir ein paar Apfelsinen schnappe und diese in die Puppenwiege der Tochter packe, kann ich die dort noch so lange sanft hin und her „wiegen“, ich werden das genaue Gewicht so nie erfahren.

Wenn man sich mit dem Thema Waagenarten auseinandersetzt kommt man früher oder später auf Begriffe wie Mehrbereichs- oder Mehrteilungswaage. Vom Begriff her erschließt sich der Unterschied zunächst nicht unbedingt eindeutig, man muss sich mit den möglichen Einsatzbereichen dieser beiden Waagenausführungen und den daraus resultierenden Anforderungen beschäftigen.
Damme. Die Firma Bosche Wägetechnik in Damme hat ihre Kapazitäten durch einen Hallenneubau erheblich gesteigert. Zusätzlich zu vormals 800 qm Fläche stehen dem weltweit operierenden Unternehmen durch den Neubau nun weitere 1.000 qm zur Verfügung. „Wir wollen durch diese Investitionen unter anderem unseren Standort in Damme weiter aufwerten und für zukünftige Herausforderungen auf dem Markt gewappnet sein", führt Geschäftsführer Jürgen Bosche seine Beweggründe für die Erweiterung an.

Bestandteile einer Wägezelle

Eine Wägezelle ist prinzipiell nichts anderes als ein Kraftaufnehmer und ebenso aufgebaut. Während ein Kraftaufnehmer jedoch in Newton kalibriert wird, wird eine Wägezelle in Gewichtseinheiten kalibriert. Durch die Einwirkung von Zug- oder Druckkraft wird ein elastisches Metallstück verformt. Dieses Metallstück bezeichnet man als Federkörper. Ähnlich wie eine Sprungfeder verformt sich der Federkörper unter Krafteinwirkung und kehrt bei Zurücknahme der Kraft in seine ursprüngliche Form zurück. Diese Verformung wird von einem Dehnungsmessstreifen erfasst, der am Federkörper angebracht ist. Der Dehnungsmessstreifen wandelt die Verformung in eine elektrischen Impuls um, der von der Kontrolleinheit entsprechend ausgelesen und als Gewicht dargestellt wird.
Wägezellen sind das wichtigste Teil einer Waage. Es handelt sich dabei um spezielle Metallteile mit einem Federkörper im Inneren, welcher aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften beliebig oft mithilfe von Druck- oder Zugkraft verformt werden kann. Bei Rücknahme der wirkenden Kraft bewegt sich der Federkörper in seinen ursprünglichen Zustand zurück. Ein sogenannter Dehnugsmessstreifen (DMS) wandelt diese definierte Verformung in einen elektrischen Impuls um, der von der Kontrolleinheit ausgelesen werden kann.
Hier werden Fachbegriffe zu Wägezellen erklärt. Informieren Sie sich.
Seit wie vielen Jahrtausenden tatsächlich Waagen benutzt werden, lässt sich nicht mit eindeutiger Gewissheit sagen. Doch seit der Mensch begann, Handel mit verschiedenen Waren zu treiben, benötigte er auch eine Messgröße, an welcher er den Warenwert festmachen konnte. Man vermutet, dass schon vor 10.000 Jahren Waagen eingesetzt wurden. Sicher ist aber, dass spätestens die Ägypter Waagen benutzten. Die älteste Waage, welche bei Ausgrabungen in Ägypten entdeckt wurde, stammt aus der Zeit um 5000 v. Chr. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Balkenwaage.

Wie viel wiegt ein Kilogramm?

Bis ins 18. Jahrhundert gab es in Europa viele verschiedene Maßeinheiten und -systeme. Selbst innerhalb der Landesgrenzen war zum Beispiel die Elle unterschiedlich lang. Das Chaos fand zuerst in Frankreich ein Ende. Von der Französischen Revolution ging die Idee aus, natürliche Einheiten als Maßsysteme zu benutzen. So wurde der Meter als 40-millionster Teil eines Erdmeridians bestimmt. Das Kilogramm wurde zunächst als Masse eines Liters (dm3 ) Wasser bei maximaler Dichte (also bei 3,98°C) und gegebenem Druck definiert.
Im Privatbereich ist es ausreichend, die ungefähre Größe und Gewicht einer Sendung zu kennen, um die Versandkosten zu bestimmen. Im professionellen Versand sieht das schon ganz anders aus. Spätestens wenn es um einen Versand in Drittländer geht und Zollpapiere erstellt werden müssen, sind hier genaue Angaben vonnöten.
Eine Waage als zuverlässiges Messgerät sollte von Zeit zu Zeit auf ihre Genauigkeit hin überprüft werden. Im industriellen Bereich und im Handel unterliegen Waagen häufig einer Eichpflicht, wenn die ermittelten Gewichte preisrelevant sind. Hier wird die Eichung der Waage von entsprechend zertifizierten Stellen durchgeführt und mit einer entsprechenden Prüfplakette bestätigt. Doch wie kann man sichergehen, dass die eigene Waage zuhause auch genaue Messergebnisse liefert?

Tiere wiegen leicht gemacht

Tiere zu wiegen, ist häufig gar nicht so einfach. Nur in den seltensten Fällen bewahrt ein Tier so viel Ruhe, dass ein Wägevorgang abgeschlossen werden kann. Während man sein Haustier zum Wiegen zur Not auf den Arm nehmen kann, ist das gerade im Bereich der Veterinärmedizin und der Agrarindustrie beinahe unmöglich. Deshalb werden an Tierwaagen häufig auch ganz besondere Ansprüche gestellt. Diese reichen vom eigentlichen Aufbau der Waage bis hin zur Wägedauer.

Highlights einer Zählwaage

Zählwaagen sind in Handel und Industrie weit verbreitet und ermöglichen eine schnelle und zuverlässige Bestandskontrolle. Eine hoch entwickelte Elektronik ist in der Lage, das ermittelte Gewicht auch in eine Stückzahl umzuwandeln, so dass das mühsame Zählen, insbesondere von Kleinteilen, entfällt. Die Bestandskontrolle lässt sich mit einer Zählwaage nicht nur zeitlich optimieren, auch die Gefahr von Fehlbeständen durch falsches Zählen wird deutlich gemindert. Zählwaagen werden in unterschiedlichen Bauformen angeboten. Tischmodelle mit hoher Genauigkeit eignen sich zum Wiegen kleinster Teile, wie Schrauben. Größere Modelle, wie eine Hubwagenzählwaage oder eine Bodenzählwaage können auch zum Verwiegen großer, sperriger Teile, welche auf Paletten gelagert werden, genutzt werden.
Handhubwagen gehören zu den Flurfördergeräten und dienen insbesondere zum Transport von palettierter Ware. Der Handhubwagen besteht aus einer Ladegabel, deren Zinkenabstand so konstruiert ist, dass sie sich unter eine handelsübliche Euro-Palette schieben lässt. Am Ende der Zinken befinden sich Lastrollen, die für Stabilität bei Fahren sorgen. An der Frontseite befindet sich eine Hydraulikpumpe, die durch einen angebrachten Hebel, der zugleich auch zum Ziehen oder Schieben verwendet wird bedient wird. Unterhalb der Hydraulik befinden sich zwei Lenkrollen zum Steuern des Handhubwagens. Nachdem die Gabel unter einer Palette platziert wurde, wird durch Betätigen der Hydraulikpumpe ein Hubzylinder ausgefahren und die Palette wird auf der Gabel angehoben und nach dem Transport wieder abgesenkt. Neben einem Standardhubwagen gibt es auch Sondermodelle, wie einen Wiegehubwagen, der neben dem Transport auch zum Verwiegen von Paletten genutzt werden kann und auf den nachfolgend gesondert eingegangen wird.

Die Paketwaage von Bosche

Die Paket-Waage von Bosche ist so konstruiert, dass sie auch unter schwierigen Bedingungen einsetzbar ist. Die Waage ist mit Schutzklasse IP54 geschützt gegen das Eindringen von Wasser und Staub, so dass sie sich auch in der rauen Umgebung einer Fertigungshalle aufstellen lässt. Das Waagengehäuse besteht aus pflegeleichtem Aluminium. Die Wäge-Plattform ist aus Edelstahl gefertigt und sehr stabil. Zum einfachen Reinigen lässt sie sich einfach abnehmen. Außerdem ist die Plattform mit einem Überlastschutz versehen, was Beschädigungen durch Auflegen zu hoher Gewichte vorbeugt.
Ein Wiegehubwagen ist eine Kombination aus Hubwagen und Industriewaage. Man kann ihn dementsprechend zum Transport von Paletten und zum Verwiegen ebendieser verwenden. Dabei ist der Wiegehubwagen genauso belastbar, wie ein herkömmliches Modell ohne Waage. Die zum Wiegen benötigten Wägezellen sind im Unterrahmen integriert und so gut gegen Zerstörung oder Beschädigung geschützt. Der Wiegehubwagen kann Paletten mit einem Gewicht von 2.000 kg transportieren und auch wiegen. Gerade wenn man Paletten vor dem Ein- oder Auslagern verwiegen muss, rentiert sich die Anschaffung eines Wiegehubwagens, da man so zwei Anwendungen mit einem Gerät abdecken kann.
Die Kranwaage ist seit jeher ein unentbehrliches Hilfsmittel zum Verwiegen von schweren Lasten. Insbesondere im Transportwesen ist die Kranwaage kaum noch wegzudenken. Ihr Name leitet sich von der Verwendungsart dieses Waagentyps her. Sie wird direkt am Hebearm eines Krans angebracht. Sobald ein Gewicht freischwebend am Karn hängt, misst die Kranwaage das Gewicht. So kann beim Be- und Entladen auch gleich das Gewicht der Ladung bestimmt werden. Gerade beim Beladen von Schiffen, wo die gleichmäßige Verteilung der Ladung unmittelbaren Einfluss auf die Manövrierfähigkeit des Schiffs hat, leistet die Kranwaage wertvolle Dienste.
In den seltensten Fällen bewegt sich ein Schwein freiwillig auf eine Waage und bleibt dort regungslos stehen, bis ein Wiegevorgang abgeschlossen ist. Deshalb müssen insbesondere Tierwaagen einige besondere Anforderungen erfüllen, damit man genaue Messergebnisse erhält. Das betrifft zum einen die eigentliche Konstruktion der Waage, die eine Flucht der Tiere verhindern soll, als auch die Wägezellen und die Wägeeinrichtung an sich, die genaue Messungen in kürzester Zeit realisieren müssen.
An Industriewaagen werden häufig hohe Ansprüche gestellt, was die Messgenauigkeit angeht. Insbesondere dann, wenn das Gewicht der zu verwiegenden Güter der Preisfindung dient, ist eine geeichte Waage einzusetzen. Damit eine Waage überhaupt geeicht werden kann, muss sie einem sogenannten Konformitätsbewertungsverfahren unterzogen werden. Hier findet eine ausführliche Produktprüfung statt. Neben der Messbeständigkeit wird auch die Konstruktion der Waage überprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird die Waage als eichfähig gekennzeichnet und kann somit nach den vom Eichamt festgelegten Normen überprüft werden.
Überall da, wo Paletten bewegt werden, kommt ein Hubwagen zum Einsatz. Mit einem Wiegehubwagen ist ein Umladen der Paletten auf eine Waage unnötig und man spart so wertvolle Zeit. Das Verwiegen kann direkt auf dem Hubwagen erfolgen. Dazu muss man nur die Palette anheben und die am Hubwaagen befindliche Waage aktivieren. Gerade im logistischen Bereich, wo eine permanente Warenbewegung stattfindet, kann die Zeitersparnis, die man durch den Wegfall eines Arbeitsschritts generiert, enorm sein.

Genauigkeitsklassen

Wenn kleinste Mengen mit hoher Präzision bestimmt werden sollen, führt an einer Feinwaage kein Weg vorbei. Das Angebot von bosche.eu umfasst eichfähige Feinwaagen der Genauigkeitsklasse I für Wägebereiche bis zu 600 Gramm (Feinwaage FW-K 600 2M) und bis zu 6.000 Gramm (Feinwaage FW-K 6000 1M), die höchste Präzision zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis gewährleisten. Typischer Einsatzbereich von Waagen der Genauigkeitsklasse I ist der Laborbetrieb, sowohl im gewerblichen Bereich, als auch in der schulischen oder universitären Ausbildung und Forschung.
Hubwaagen sind aus einem Industriebetrieb kaum noch wegzudenken. Kaum ein Unternehmen, welches nicht über einen Hubwagen verfügt, um größere Lasten und Paletten zu transportieren. Ein Wiegehubwagen kombiniert die Eigenschaften eines konventionellen Hubwagens mit denen einer Industriewaage. So kann das Verwiegen der Ware direkt beim Transport erfolgen und ein zusätzlicher Arbeitsschritt entfällt. Gerade dort, wo viel Warenbewegung stattfindet, bedeutet das eine enorme Zeitersparnis.

Einsatzgebiete von Kranwaagen

Kranwaagen finden überall da Verwendung, wo schwere Lasten bewegt und verwogen werden müssen. Eine Kranwaage wird direkt an einem vorhandenen Kran oder Flaschenzug befestigt. Ein typisches Einsatzgebiet ist beispielsweise das Be- und Entladen von Schiffen. Hier kann man bereits beim Anheben das Gewicht jedes einzelnen Teils bestimmen und die Ladung entsprechend auf dem Ladedeck verteilen, ohne dass später die Manövrierfähigkeit des Schiffes durch ungleichmäßige Beladung beeinträchtigt wird. Auch in der Metall- oder Maschinenindustrie sind Kranwaagen zum Bestimmen großer Gewichte bestens geeignet, da das mitunter komplizierte Aufbringen der Güter auf eine Waage entfällt.

Einsatz von Paketwaagen

Paketwaagen eignen sich insbesondere zum Wiegen von Stückgut. Sie sind aufgrund ihrer kompakten Form sowohl als Tisch- als auch als Bodenwaage nutzbar. Eine Paketwaage kann einfach über ihre Standfüße justiert werden, so dass man sie auch mobil betreiben kann. Das Anzeigeelement kann variabel platziert werden und muss nicht direkt an der Plattform montiert sein.
Ein Hubwagen mit Zählwaage erfüllt gleich zwei Aufgaben. Man kann ihn sowohl zum Transport von Paletten benutzen, als auch zum Wiegen sperriger und schwerer Güter. Die zusätzliche Zählfunktion vereinfacht die Bestimmung des Gesamtgewichts mehrerer Paletten oder Gitterboxen. Dabei spart man sich vor allem Umladen der Paletten auf eine Waage und wieder zurück. Sobald man die Palette aufgenommen hat, kann man diese verwiegen. Die Kontrolleinheit des Hubwagens mit Zählwaage unterscheidet sich nicht wesentlich von der einer herkömmlichen Zählwaage.
Im Bereich der Plattformwaagen bieten wir als Unternehmen BOSCHE ein umfangreiches Sortiment an. Es umfasst Waagen für verschiedene Gewichtsbereiche, unterschiedliche Plattformgrößen, als auch Waagen in spezieller Bauform zum Wiegen von Säcken. Plattformwaagen können sowohl auf einem Tisch zum Verwiegen von kleineren Paketen als auch auf dem Boden stehend für das Verwiegen von schweren Gegenständen betrieben werden.
Wenn man Zählwaagen zur Bestandkontrolle einsetzt, ist es wichtig, dass die Waage auch präzise arbeitet. Da die Zählwaage das gewogene Gewicht in Stückzahlen umrechnet, können sich Messtoleranzen, gerade bei größeren Stückzahlen, negativ auswirken.
Für eine reibungslose Produktion ist es wichtig, dass der Bestand der benötigten Teile und Materialen regelmäßig kontrolliert wird. Gerade wenn es um Kleinteile in hohen Stückzahlen geht, ist das manuelle Zählen der Einzelteile sehr zeitraubend und oft auch fehlerbehaftet. Hier empfiehlt sich der Einsatz einer Zählwaage. Eine Zählwaage ermöglicht die sichere und fehlerminimierte Bestandserfassung oder – Überprüfung in einem Bruchteil der Zeit, die beim konventionellen Zählen benötigt würde.